GIB e.V. - Ereignisse 09- 2017

Übersichtsmodell der Johanniterburg Belvoir in Israel

 

 << vorherige Seite nächste Seite >>                                                     


1168  erwerben die Johanniter einen befestigten Bauernhof und bauen ihn zu einer Grenz- und Verteidigungsfestung aus.

1183  belagert Sultan Saladin die Burg vergeblich.

1187  belagert Saladin die Burg ein Jahr lang unterminiert die Kernburg und gewährt der Besatzung schließlich freien Abzug
          nach Tyros.

1219  lassen Saladins Nachfolger in der Sorge, die Kreuzfahrer könnten die Burgen zurück erobern, neben anderen
          verlassenen Kreuzfahrerburgen auch Belvoir schleifen.

1241  kehren Kreuzfahrer auf Basis des zwischen Kaiser Friedrich II. und Sultan al-Kamil geschlossenen Vertrags von 1229
          noch einmal für kurze Zeit in die Burg zurück, ohne sie wieder aufbauen zu könne

Die Burg Belvoir erhebt sich auf einer Fläche von 111 x 99 m. Ein trockener Graben von rund 11 m Tiefe und fast 21 m Breite war für Angreifer auf drei Seiten das erste Hindernis, während auf der vierten Seite, im Westen, wegen des dort steilen Abhangs ein mächtiger Turm genügen sollte. Die mit Türmen bewehrte Außenmauer bildete ein unregelmäßiges, dem Gelände angepasstes Fünfeck, an die sich rundum von Spitztonnen überwölbte, lang gestreckte Räume wie beim Krak des Chevaliers anschlossen. Der im Westen gelegene Zugang zur Vorburg erfolgte über gegenläufige offene Rampen und zuletzt durch ein von Fallgatter gesichertes Tor. In der Mitte der Anlage erhebt sich auf quadratischer Grundfläche die Kernburg mit vier Ecktürmen und dem vor die Ostwand gesetzten Torhaus mit Fallgatter. Analog zur Vorburg umgeben auch hier Tonnengewölbe einen Innenhof. In Belvoir fand der gebrochene Bogen oder Spitzbogen in den Toren Anwendung.

Wenn auch nicht weiter genutzt, blieb die Kernburg noch lange als Ruine erhalten, ehe auf deren Trümmern im 19. Jahrhundert ein Dorf entstand mit Namen Kaukab-el Haua, das 1948 im arabisch-israelischen Krieg wieder verlassen wurde. Ab 1960 legten die Israelis in sechsjährigen Grabungsarbeiten die Grundmauern frei, sodass die Gesamtanlage heute touristisch erschlossen ist.

Quellen: Erkenntnisse aus dem wissenschaftlichern Beirat der GIB zur Ausstellung Burgen und Basare der Kreuzfahrerzeit
mit Dr. phil. Ulrich Alertz, Dr. phil. Hans Altmann, Dr. phil. Mathias Piana und Dipl.-Ing. Bernhard Siepen in Anlehnung an die Veröffentlichung Burgen der Kreuzritter von Müller-Wiener, Deutscher Kunstverlag, 1966

 

Blick über das Jordantal

Grundriss und Rekonstruktionsvorschlag aus Dumont


Blick von Süden aus dem Jordanbtal


Blick von Süden, vom Jordantal aus

Grundriss- und Schnittzeichnung von Dr. phil. Thomas Biller, Freiburg. Hiernach wurde das Übersichtsmodell erstellt.


Blick von Süden, dem Jordantal


 Blick von Norden in Richtung Jordantal


Modellherstellung: Bernhard und Michael Siepen
Fotos vor Ort: Bernhard Siepen
Modellfotos: Bernhard Siepen und Stephan Gast

             


 

Überblick vorhandener und beabsichtigter Übersichtsmodelle
in M 1 : 250/ 1 : 500
Name der Anlage
 
Ursprung Lage Modellgröße Maßstab

Schautafeln

Ajlun muslimisch Jordanien 455 x 455 1 : 500 1x vorhanden
Akkon christlich Israel ? 1 : 500 1x vorhanden
Aleppo, Zitadelle muslimisch Syrien 975 x 705 1 : 500 3x vorhanden
Adjlun christlich Israel 455 x 455 1 : 500 1x vorhanden
Arsuf christlich Israel 455 x 455 1 : 500 1x vorhanden
Atlit, Templerburg christlich Israel 720 x 560 1 : 500 1 x neu
Baalbek, Zitadelle muslimisch Libanon   1: 250 1 x neu
Baghras, Templerburg christlich Türkei   1 : 500 1x vorhanden
Belvoir, Johanniterburg christlich Israel 455 x 545 1 : 500 1 x neu
Bosra, Zitadelle in römischem Theater muslimisch Syrien 455 x 455 1: 250 1x vorhanden
Byzanz, Ausschnitt aus der Landmauer byzantinisch Türkei   1 : 500 1 x neu
Damaskus, Zitadelle muslimisch Syrien 600 x 460 1 : 500 3x vorhanden
Jerusalem, Davidszitadelle christlich Israel   1 : 500 1x vorhanden
Jerusalem, Grabeskirche christlich Israel 300 x 150 1 : 500 1x neu
Jerusalem, Al-Aqsa-Moschee/ Tempelberg muslimisch Israel   1 : 500 1x neu
Jerusalem, Felsendom muslimisch Israel   1 : 500 1x neu
Krak des Chevaliers, Johanniterburg
im Zustand um 1170/ 80 und um 1271/1300
christlich
muslimisch
Syrien 676 x 338
.
1 : 500
1 : 500
3x vorhanden
Kerak, christlich Jordanien   1 : 500 1x vorhanden
Margat, Johanniterburg christlich Syrien   1 : 500 1 x neu
Montfort, Deutschordensburg christlich Israel   1 : 500 1x vorhanden
Shaizar muslimisch Syrien 1152 x 364 1 : 500 1x vorhanden
Saone muslimisch Syrien   1 : 500 1 x neu
Sidon, Templerburg christlich Libanon 705 x 455 1 : 500 1x vorhanden
Tortosa, Templerburg christlich Syrien 605 x 505 1 : 500 1x vorhanden
Château de Coucy christlich Frankreich 810 x 705 1 : 500 3x neu
   


<< vorherige Seite nächste Seite >>

 

Copyright: Gesellschaft für Internationale Burgenkunde e.V., Aachen
Stand: 24.01.2018